Häufig gestellte Fragen

Die Entscheidung für eine Demokratische Schule erfordert von Eltern und Schülern ein großes Maß an Vertrauen in das Schulkonzept. Ein alternativer Lernansatz wirft naturgemäß einige Fragen auf, da die meisten von uns in diesem Bereich nicht aus persönlicher Erfahrung sprechen können.

Wir haben die häufigsten Fragen für Sie gesammelt und erläutert, um bereits einige Unsicherheiten im Vorfeld aus dem Weg zu räumen.

Die Schule ist montags bis freitags von 7:45bis 17 Uhr geöffnet. In der Kernzeit von 8:45 bis 13.30 Uhr sind alle Kinder und Jugendlichen vor Ort, siehe auch Anhang I unseres Pädagogischen Konzepts „Beispielwoche einer Schülerin an der Demokratischen Schule München“.

Wir benötigen voraussichtlich durchschnittlich 300 EUR Schulgeld pro Schüler*in im Monat. Ziel ist jedoch die Einführung eines einkommensgebundenen Beitrags, so dass alle sozialen Schichten gleichberechtigten Zugang zur DSM haben.

Da die Demokratische Schule München eine Ersatzschule sein wird, können die Schüler*innen bei uns nur vorbereitend auf Abschlüsse hinarbeiten.

Sie können dann an einer Mittelschule bzw. Realschule eine externe Prüfung für ihren Qualifizierenden Mittelschulabschluss oder den mittleren Schulabschluss/Mittlere Reife ablegen. Selbstverständlich können die Schüler*innen nach Abschluss der 10. Klasse unter Berücksichtigung der jeweils geltenden Aufnahmekriterien auf Wunsch auch an eine weiterführende Schule wechseln, um sich dort auf ein Abitur oder eine Fachhochschulreife vorzubereiten.

Die Gründer*innen der DSM setzen sich zu einem hohen Anteil aus Pädagog*innen zusammen, daneben Wissenschaftler*innen und ganz generell Menschen, die sich für die nachkommenden Generationen ein Lernumfeld wünschen, das durch Freude, Vertrauen, Gemeinschaft und Freiheit geprägt ist. Die DSM spricht sich ausdrücklich gegen jede Form von Diskriminierung aus, versteht sich ausdrücklich als weltanschaulich neutral (siehe § 3, Abschnitt c der Vereinssatzung) und sieht sich umfänglicher Verfassungskonformität verpflichtet. Jedes Vereinsmitglied unterschreibt mit Vereinsbeitritt eine entsprechende Erklärung.

Grundsätzlich bringt jedes Kind die Voraussetzungen für erfolgreiches Freies Lernen mit. In der Praxis aber wird die Umsetzung enorm erschwert, wenn in Elternhaus und/oder zuvor besuchten pädagogischen Einrichtungen ein dem Selbstverständnis der DSM stark entgegengesetztes (also ein deutlich hierarchisch geprägtes) Lernverständnis gelebt und vermittelt wurde. Auf diesen Umstand wird die DSM insbesondere in der Anfangszeit bei der Familienauswahl besondere Rücksicht nehmen.

Nein. Es gibt Bereiche, die prinzipiell von Veränderung durch die Schüler*innen bzw. die Schulversammlung ausgenommen sind. Dazu gehören etwa die in der Satzung festgelegten Grundsätze und die Leitlinien der Schule, gesetzliche Vorgaben wie Anwesenheitszeiten sowie bestimmte finanzielle Fragen wie beispielsweise Gehaltsfragen der angestellten Lernbegleiter*innen oder die Gesamtfinanzierung der Schule. Die Schulversammlung kann frei über das ihr zur Verfügung stehende Budget für zusätzliche Kurse, Lernmaterialien, Honorarkräfte und Projekte entscheiden. Sie entscheidet ebenso, nach Empfehlung des Aufnahme-Arbeitskreises, über die Aufnahme neuer Schüler*innen und die Einstellung von Lernbegleiter*innen und gibt die Entscheidung an den Vorstand des Trägervereins weiter. Der Vorstand handelt in der Regel gemäß der Entscheidung der Schulversammlung, kann jedoch im Falle von Bedenken auch eine andere Entscheidung treffen. Er ist für alle vertraglichen Belange und die Haushaltsplanung zuständig.

Das Schulleben wird in seiner äußeren und inneren Organisation, bzgl. seiner Lerninhalte und auch hinsichtlich der Form des Miteinanders basisdemokratisch organisiert sein. Jede*r Schüler*in wird konkret und täglich erfahren, dass er*sie das eigene und das gemeinschaftliche Leben partizipativ mitbestimmen kann. Der Umfang dessen, was an der DSM demokratisch (zumeist in der Schulversammlung, davon abgeleitet in div. Gremien) entschieden wird, geht dabei weitestdenkbar über den Rahmen hinaus, den eine herkömmliche SMV an Regelschulen verantwortet. Gleichzeitig ist der Lerneffekt dieser Prozesse als deutlich intensiver einzustufen als jeder Unterricht „über Demokratie“, weil diese Prozesse nicht nur kognitiv begriffen, sondern vor allen Dingen emotional und sozial erfahrbar werden.

Der Schulversammlung wird zu Anfang (in dem von ihr leistbaren Umfang und mit Unterstützung der Lernbegleiter*innen) die Regelung solcher Konflikte zukommen, die unter den Beteiligten nicht selbständig lösbar waren. Sehr bald aber wird aus der Schulversammlung ein Klärungskreis hervorgehen (vgl. Konzept Kap. 4.4) und Verfahren ausgearbeitet werden, sodass auch komplexere Beschwerden verlässlich innerhalb der Schulgemeinschaft bearbeitet werden können. Ähnlich wie an der Berliner Demokratischen Schule X wird mit bis zu zwei Jahren Entwicklungszeit zu rechnen sein, bis sich die Strukturen des Rechtssystems an der DSM ausgebildet haben. Die DSX etablierte eine Rechtsversammlung aus Schüler*innen und Mitarbeiter*innen, die täglich zusammentritt und vorliegende Beschwerden bearbeitet. Konsequenzen oder Vereinbarungen werden gemeinsam abgestimmt, wobei sich deutlich zeigt, dass Schüler*innen diese sehr viel bereitwilliger von Ihresgleichen anzunehmen und zu verinnerlichen bereit sind als im regelschulüblichen tendenziell autoritären Lehrer-Schüler-Verhältnis.

Lernen findet nicht notwendigerweise im Austausch mit Lernbegleiter*innen statt, sondern nur dann, wenn der*die Schüler*in dem aktuellen Interesse nur mit ihrer Hilfe nachgehen kann. Im Schulalltag wird viel voneinander gelernt und viel selbst erarbeitet (über bekannte und ständig neu kennenzulernende Informationsbeschaffungswege). Darüber hinaus trägt die DSM die Grundannahme, dass auch über das gemeinsame Spiel gelernt wird und dass eine weitere ständige Aufgabe der Lernbegleiter*innen im „Sehen“ der Schüler*innen in ihrem gemeinsamen Spiel besteht.

Wo ein*e Lernbegleiter*in gebraucht wird, widmet er*sie sich dem*r Schüler*in 1:1. Dabei wird ergründet: „Welches Vorwissen, welche Hypothese hast du? Hast du eine Idee, wie du dir die Information beschaffen kannst? Wer könnte dir dabei helfen, welche*r der anderen/älteren Mitschüler*innen kennt sich aus? Wäre es hilfreich, eine Lerngruppe zu gründen?“. Ein*e Lernbegleiter*in leistet also primär Hilfe zur Selbsthilfe.

In der Anfangsphase sind (quereinsteigende) Schüler*innen in der Regel begeistert von der neuen Freiheit und kosten sie ausgiebig aus. Auf diese Phase folgt erfahrungsgemäß eine für Kinder und Eltern herausfordernde Zeit, in der die Kinder sich verloren fühlen und das Gefühl haben, sich zu langweilen. Manche lassen sich treiben, ohne sich für irgendetwas Spezielles zu interessieren, manche versuchen, der inneren Leere durch Regelverstöße zu entfliehen. Diese Übergangsphase kann von einigen Wochen bis zu einigen Monaten andauern. Die Kinder, die in ihr gewachsen sind, gehen jedoch gereift und gestärkt aus dieser Zeit hervor. Das ist der Moment, in dem Demokratische Schulen ihr wahres Potenzial offenbaren. Dass im Anschluss an diese Phase eine „Verweigerung“ stattfindet, ist äußerst unwahrscheinlich (deutlich unwahrscheinlicher, als es ganz generell an Regelschulen zu erwarten ist) – es würde und müsste eine eingehende Ursachenforschung seitens Eltern und Lernbegleiter*innen stattfinden.

Ja. Es gibt das individuelle Arbeitsportfolio, das Kursportfolio, es gibt Präsentationen und Elterngespräche. In der 3. Jahrgangsstufe ist VERA-3 für alle Schüler*innen vorgesehen, zum Ende der 4. Jahrgangsstufe die verpflichtende Vorbereitung auf den Probeunterricht für diejenigen, die einen Wechsel planen. Darüber hinaus wird bei der Wissenschaftlichen Begleitung der DSM von Beginn an besonderer Wert auf die Untersuchung der Vergleichbarkeit der Fähigkeiten zwischen DSM und Regelschulen gelegt.

Einmal angenommen, wir Erwachsenen wüssten tatsächlich, was die nachwachsende Generation in ihrem späteren Leben an Wissen brauchen wird (was - wie man inzwischen heute weiß - nicht umfassend der Fall ist), dürfen wir darauf bauen, dass ein Kind, das in guter Beziehung zu seinem*r Lernbegleiter*in steht, diesem*r vertraut und dass es zum für das Kind passenden Zeitpunkt das angebotene Lernmaterial annimmt. Mathematik z. B. kann sehr gut auch durch spielerische Angebote, Montessori-Material und Lernspiele vermittelt werden.

Die Demokratische Schule München bietet zudem Kurse in den Fächern Deutsch, Mathematik und Heimat- und Sachunterricht an, deren Inhalte denen des bayerischen LehrplanPlus entsprechen. So gewährleisten wir, dass unsere Schüler*innen im Grundschulalter mit den darin enthaltenen Kulturtechniken Lesen und Schreiben in Kontakt kommen. In Reflexionsgesprächen werden die Lernenden behutsam auf nach Klasse 4 an sie gestellte Erwartungen hingewiesen. Auf Wunsch werden sie auf den Probeunterricht weiterführender Schulen vorbereitet. Die Selbstorganisation, die sie an der Demokratischen Schule bereits über Jahre üben konnten, erleichtert ihnen die Erarbeitung bestimmter Fachinhalte.

Die Erfahrung an Demokratischen Schulen zeigt: Wenn der*die Schüler*in einen Berufs- und damit Examenswunsch entwickelt, ist die intrinsische Motivation hoch, sich mit den erwarteten Inhalten und Kompetenzen auseinanderzusetzen. Da Selbstorganisation und -motivation für Schüler*innen Demokratischer Schulen zum Handwerkszeug gehören, benötigen sie i.d.R. deutlich weniger Vorbereitungszeit für die Erarbeitung von Prüfungsinhalten (inklusive Mathematik ...) als dafür in Regelschulen veranschlagt wird.

Das zeigt, dass Lernen an Demokratischen Schulen besonders sinnvoll ist, wenn es sich über einen längeren Zeitraum erstreckt.

Daher planen wir, zusätzlich zu unserer Demokratischen Grundschule zügig eine weiterführende Schule aufzubauen.

Am besten dadurch, dass Sie in enger Bindung und Beziehung zu Ihrem Kind leben. Dann wird es Ihnen erzählen, was es bewegt. Darüber hinaus werden an der Schule gemeinsam mit den Schüler*innen Portfolios geführt (Arbeits- und Kursportfolios). Diese können in Absprache mit den Schüler*innen von den Eltern im Rahmen eines Gesprächs eingesehen werden. Auch Präsentationsfeste und Familiensprechtage gestalten das Lerngeschehen an der DSM transparent (mehr dazu im Konzept zur Grundschule).

Die Erfahrung mit lange bestehenden Demokratischen Schulen zeigt, dass die Lernenden in der Schulversammlung schnell eine Anzahl von Regeln entwickeln, mit dem Ziel ein gutes Miteinander zu gewährleisten.  Diese Regeln werden von den Schüler*innen immer wieder hinterfragt und weiterentwickelt.

Diese Veränderungsprozesse bedeuten eine wichtige Erfahrung beim Erlernen und Praktizieren demokratischer Strukturen, denn das Für und Wider dichter Ge- und Verbotsstrukturen kennzeichnet jede lebendige Demokratie. Grundsätzlich lässt sich feststellen, dass Demokratische Schulen sehr dichte und sehr differenzierte Regelstrukturen aufweisen. Sie ersetzen letztlich Autoritätsstrukturen.

Der Aufnahmeprozess neuer Schüler*innen (oder auch neuer Lernbegleiter*innen) findet – nicht zuletzt auch zum Schutz der Bewerber*innen – zunächst nicht mit der gesamten Schulversammlung statt, sondern in einem gesonderten Arbeitskreis. Die aus der Schulversammlung heraus gewählten Vertreter*innen der Schulgemeinschaft geben ihre Empfehlung an die Schulversammlung weiter. Diese stimmt nun final über den Vorschlag ab. Die Entscheidung der Schulversammlung wird dann an den Vorstand weitergegeben, der angehalten ist, diese anzunehmen, außer im Falle von Bedenken. So ist ein verantwortungsvoller und achtsamer Aufnahmeprozess gewährleistet.

Finanzielle Aufwendungen für Inklusion werden zudem budgetär prinzipiell vom Schulbudget getrennt, über das die Schulversammlung entscheidet.

Grundsätzlich wird davon ausgegangen, dass in den ersten zwei Schuljahren deutlich weniger Kinder mit Beeinträchtigungen an der DSM lernen werden als im späteren Dauerbetrieb. Die Anfangsphase wird geprägt sein vom schrittweisen Hineinwachsen der Schüler*innen in den Schulalltag und die neuen Herausforderungen, die eine wirklich demokratisch organisierte Gemeinschaft für sie bedeutet.

Bildung für Nachhaltige Entwicklung ist nicht nur in den Grundsätzen des Schulträgervereins (vgl. Satzung), sondern auch strukturell in der Schul-Organisationsform an der Demokratischen Schule München verankert.

Nachhaltigkeit wird dabei in zweifacher Weise verstanden:

Zum einen im Sinne von nachhaltigem (Kompetenz-)Lernen im Gegensatz zu anlass- bzw. prüfungsbezogener Wissensaneignung. An der Demokratischen Schule München können Schüler*innen eigenverantwortlich und aus eigener Motivation heraus Kompetenzen und Wissen erwerben. Durch dieses intrinsisch motivierte, von Freude geprägte Lernen sind Kompetenzen längerfristig abrufbar. Zudem entwickeln die Lernenden eine positive Grundhaltung, ein Leben lang offen gegenüber Lernerfahrungen zu bleiben.

Zum anderen setzen wir an der DSM die von der UNESCO formulierten Ziele einer Bildung für nachhaltige Entwicklung um: Gestaltungskompetenz mit Fokus auf Handlungs-, und Beurteilungskompetenz (vgl. Bildung für nachhaltige Entwicklung i.S.v. BNE, Konzept Kap. 2.2.4). Durch die in unserem Konzept verankerte Partizipation und den Lebensweltbezug und die durch unsere Leitlinien definierten Werte werden Lerninhalte an unserer Schule zukunfts- und werteorientiert, interdisziplinär und transformativ behandelt. Somit lernen unsere Schüler*innen Tag für Tag, zukunftsgerechte Entscheidungen und Handlungen zu treffen, diese umzusetzen und letztendlich als mündige Mitglieder der Gesellschaft zur Realisierung von Nachhaltigkeit im ökologischen, ökonomischen und sozialen Sinne beitragen zu können.

Digitale Medien gehören zur Lebenswelt der Kinder, wobei die Lernenden aus ihrem familiären Umfeld sehr unterschiedliche Vorerfahrungen mit digitalen Medien (Auswahl, Qualität und Quantität) mitbringen. Die DSM erkennt die Präsenz, die Attraktivität und Bedeutsamkeit von digitalen Medien für Menschen im heutigen Alltag. Digitale Medien sind die Basis für ein globales Bewusstsein, welches nachhaltiges Handeln möglich macht. Es ist wünschenswert, dass Schüler*innen die Kompetenz entwickeln, die Vielzahl denkbarer Medien (nicht nur digitale) sinnvoll für sich zu nutzen, daher sind unterschiedliche Arten von digitalen Medien an unserer Schule grundsätzlich denkbar. Letztlich wird der Umgang mit digitalen Medien durch einen aus Lernbegleiter*innen und Schüler*innen bestehenden Medien-Arbeitskreis geregelt. Er entwickelt Vorschläge zur Mediennutzung, die in die Schulversammlung zur Abstimmung eingebracht werden. So entsteht ein Mediennutzungsplan, der ständig neuen technischen, gesellschaftlichen oder schulischen Situationen bedürfnisgerecht angepasst werden kann.

Spielen ist ein Kernbedürfnis eines jeden Menschen. Schon in Jäger-Sammler-Zeiten lernten Kinder durch Beobachtung der Erwachsenen und spielerisches Einüben dessen, was später in der Gesellschaft von ihnen gefordert wurde. Derselbe Lerninstinkt ist auch heute noch tief in unserer Natur verankert. Um es mit Manfred Spitzer zu sagen: „Es ist ein verbreiteter Unfug zu glauben, man könnte (oder noch schlimmer: sollte) seine Zeit einteilen in Perioden des Lernens und Perioden der Freizeit. Hier spielt uns das Gehirn ganz einfach einen Streich: Es lernt sowieso immer!“ (Manfred Spitzer, Lernen – Gehirnschule und die Schule des Lebens)

Vor diesem Hintergrund steht für uns Spielen nicht im Gegensatz zum Lernen, ganz im Gegenteil – es ist ein wichtiger Bestandteil des Lernens. An einer Demokratischen Schule lernen Kinder auch als Nebeneffekt des selbstbestimmten Spielens. „Viele der Jüngsten lernen dort lesen, weil sie bei Spielen mitmachen möchten, in denen es um geschriebene Wörter geht. Sie lernen zu lesen, ohne dass sie sich dessen überhaupt bewusst sind“, so der Psychologe Prof. Peter Gray, der über viele Jahre hinweg Studien an der weltweit ersten Sudbury-Schule in Framingham, Massachusetts betrieb, an der ein sehr freies demokratisches Schulkonzept gelebt wird.

Für die Demokratische Schule München bedeutet das, dass wir die Kinder spielen lassen. Lernbeobachter beobachten und dokumentieren: die Aktivitäten der Lernenden und die dabei erkennbaren Lernzuwächse.

In Familiengesprächen, bei öffentlichen Präsentationen oder bei Ansicht des Portfolios können sich Eltern ein Bild von den Kompetenzen ihres Kindes machen.

Fest in unserem Konzept verankert sind regelmäßige Reflexionsgespräche zwischen Lernendem und seinem*seiner Mentor*in (vom Lernenden ausgewählte*r Lernbegleiter*in). Diese Gespräche werden unter anderem genutzt, um auf Kurse, passende Freilernmaterialien und - bei entsprechendem Alter - auf die VERA 3 Vergleichsarbeit hinzuweisen.

Scheint ein Kind mit der offenen Struktur der Schule nicht zurecht zu kommen oder wirkt es unglücklich, suchen die Lernbegleiter*innen selbstverständlich das Gespräch auch außerhalb vereinbarter Termine und bieten Hilfe an.

Die Entwicklungsforschung zeigt: Wer auf der einen Seite genügend Raum hat, sich als selbstwirksam zu erleben, hat auf der anderen Seite keine Schwierigkeiten, sich einzuordnen, schon allein, weil keine Zugehörigkeit ohne Einordnung erlebt werden kann. Selbstwirksamkeit und Zugehörigkeit gehören für eine gesunde (Lern-)Entwicklung möglichst in gleichem Maße zusammen. Diese Ausgewogenheit wird an Demokratischen Schulen deutlich stabiler geboten und gelebt als an Regelschulen.

Wenn Schüler*innen Demokratischer Schulen Interesse für einen bestimmten Beruf entwickeln, werden sie sich erfahrungsgemäß ohne Probleme den zur Ausübung dieses Berufs erforderlichen Lehrstoff aneignen und die damit einhergehenden weiteren Anforderungen akzeptieren. Dieses Prinzip setzt sich außerhalb der Schule fort. Besonders zu beobachten ist dabei, dass Absolvent*innen Demokratischer Schulen deutlich häufiger Rahmenbedingungen mitzugestalten bereit sind oder sich selbständig machen.

Die sehr verstreut (und aus internationalen Kontexten) vorliegenden Studien wurden jüngst in einer Zulassungsarbeit zusammengefasst (Geller, Karl Valentin: Geschichte der Demokratischen Schule, Schriftliche Hausarbeit zur 1ten Staatsprüfung für das Lehramt an Gymnasien, eingereicht an der Universität Augsburg, Lehrstuhl für Allgemeine Pädagogik, S. 190f.), aus der hier ausschnitthaft zitiert werden soll:

„(…) dass folgende Aussagen für einen durchschnittlichen Alumni der Demokratischen Schulen Sudbury Valley, Summerhill und The Circle School eine hohe Wahrscheinlichkeit besitzen:
(…) Die Zeit an der Schule half ihm ein hohes Selbstbewusstsein zu entwickeln, Probleme zu überwinden und ein positives Verhältnis zum Lernen zu entwickeln. Er hat kein Problem im Umgang mit Autoritäten. Er fühlt sich sozial kompetent und geht zeitintensiv seinen Interessen nach. Die häufig auch mit seinem Beruf oder Studium zusammenhängen. Er ist sehr froh, auf die Schule und nicht eine andere Schule gegangen zu sein. Auch die Eltern teilen diese Meinung. Er macht einen Abschluss, kommt aber auch ohne Abschluss gut im (Berufs)leben und Studium zurecht. Er ist glücklich an der Schule. Er ist allgemein glücklich im Leben. Ein hohes Gehalt ist ihm nicht so wichtig im Beruf. Die Wahrscheinlichkeit eines Studiums ist hoch und er fühlt sich in Hinblick auf seine motivationale Einstellung seinen Kommilitonen überlegen. Wenn er dieses abbricht, dann nicht aufgrund akademischer Probleme. Dennoch hat er am Anfang mit akademischen Problemen zu kämpfen. Wenn er nicht studiert, dann weil er keinen Sinn im Studium für sein weiteres Leben oder seine beruflichen Ziele erkennen kann. Der Einfluss auf das Studium ist insgesamt positiv, nicht unbedingt in Hinblick auf die gelernten Inhalte (hier teilweise negativ), sondern vor allem auf Grund eines positiven Bezugs zum Lernen, Neugier und einer zuvor entwickelten stabilen Persönlichkeit. Alumni Demokratischer Schulen arbeiten deutlich wahrscheinlicher als der gesellschaftliche Durchschnitt freiberuflich (…). Dennoch sind sie in allen Berufsfeldern vertreten, auffällig häufig darunter in einem kreativen selbstorganisierten Umfeld. Sie sind im Allgemeinen zufrieden mit ihrem Gehalt und ihrem Beruf. Den Einfluss der Demokratischen Schule bewerten sie im Allgemeinen positiv für ihre Karriere. Rückblickend betrachtet sind die Alumni froh auf die Demokratische Schule und nicht auf eine andere Schule gegangen zu sein.“

Leider gibt es bislang keine Studie aus dem deutschsprachigen Bereich. Eine kürzlich eingereichte Zulassungsarbeit fasst jedoch erstmals bestehende internationale Studien zusammen. Darüber hinaus wird die Wissenschaftliche Begleitung der DSM künftig valide Daten zu den Münchner Erfahrungen im Kontext zu den bereits seit Jahren in ganz Deutschland bestehenden Demokratischen Schulen liefern.

Bereits jetzt gibt es deutliche Hinweise, dass das Lernen an Demokratischen Schulen mindestens so erfolgreich verläuft wie an Regelschulen: