Was ist Sudbury?

Der Begriff Sudbury geht auf die bereits 1968 in den USA gegründete Sudbury Valley School in Massachusetts zurück, die ihren Schülern vollkommene Lernfreiheit gewährt. Die Schüler im Alter von 5 bis 19 Jahren verbringen ihren Tag in einer altersgemischten Gruppe und entscheiden selbst, wie und womit sie sich beschäftigen. Leben und Lernen sind hier untrennbar miteinander verwoben und so individuell wie jeder einzelne Mensch.

 

 

Unterricht wird an Sudbury-Schulen nur auf ausdrücklichen Wunsch der Schüler erteilt. Die Lernbegleiter motivieren die Schüler nicht in eine bestimmte Richtung, sondern ermuntern sie, ihren eigenen Weg zu finden, und stehen ihnen als Ansprechpartner bei Fragen zur Verfügung. Zensuren werden nicht vergeben. Die Schüler lernen so, ihren Wert nicht an Bewertungen von außen zu messen, sondern ihre Leistungen von sich selbst aus wertzuschätzen.

An einer Sudbury-Schule trägt jeder die Verantwortung für sich selbst und für die Gemeinschaft. Alle Entscheidungen bezüglich der Schulgemeinschaft werden demokratisch beschlossen. Das Organ hierfür ist die wöchentliche Schulversammlung, in der alle Schüler und Mitarbeiter über das gleiche Stimmrecht verfügen. Regelverstöße werden im Rechtskomitee verhandelt, das sich ebenfalls aus Schülern und Mitarbeitern zusammensetzt.

Grundgedanke einer Sudbury-Schule ist die Überzeugung, dass jeder Schüler sein Potenzial aus eigenem Antrieb heraus optimal entfalten wird, da jedes Kind bzw. jeder Mensch danach strebt, kompetent und selbstständig zu werden. Sudbury-Absolventen lernen schon während der Schulzeit, Verantwortung für ihr eigenes Leben zu übernehmen und sich den Herausforderungen einer sich immer schneller verändernden Welt zu stellen.

In Deutschland gibt es bisher vier am Sudbury-Konzept orientierte Schulen: die von der Sängerin Nena gegründete Neue Schule Hamburg, die Berliner TING-Schule und Demokratische Schule X sowie seit dem Schuljahr 2014/15 die Sudbury Schule Ammersee.